Dow-Theorie

6 Kernaussagen der Dow-Theorie

Die Dow-Theorie ist für unser Trading aller wichtigste Grundlage. Alle unsere in Anwendung kommenden strategischen und taktischen Ansätze haben als Basis die Dow-Theorie.

Bezüglich einiger Aussagen, dass die Dow-Theorie Kursvorhersagen treffen sollte, haben wir gegenteiliges in Erfahrung bringen können. Die Dow-Theorie wollte lediglich die Entwicklung der Märkte einem Trend zuordnen. Diese Richtigstellung an der Stelle ist uns wichtig!

Doch nun die 6 Kernaussagen:

1. Die Indizes diskontieren alles

Sämtliche Gegebenheiten, die einen Kursverlauf in seiner Entwicklung beeinflussen, sind im gegenwärtigen Preis enthalten. Es besteht keine Notwendigkeit dem irgendetwas hinzuzufügen.

2. Der Markt hat drei Trends

Charles Henry Dow beschreibt drei Trends: den primären Trend, den sekundären Trend und den unbedeutenden Trend. Der primäre Trend stellt den langfristigen Trend dar und wurde auf eine Dauer von einem Jahr und mehr beschrieben. Der sekundäre Trend, als mittelfristiger Trend, wurde als Korrektur des primären Trend mit einer Dauer von ca. drei Wochen bis drei Monaten beschrieben. Genannte Korrektur sollte einen Rücklauf von ca. 33,3% bis 66,6% meistens jedoch ca. 50% des primären Trends haben. Der unbedeutende Trend verkörpert den kurzfristigen Trend und wurde mit einer Dauer von weniger als drei Wochen beschrieben.

Dow definierte den Trend:

  1. Aufwärtstrend: sich abwechselnde höhere Hochs und Tiefs
  2. Abwärtstrend: sich abwechselnde tiefere Tiefs und Hochs.

3. Primäre Trends haben drei Phasen

Dow beschrieb drei Phasen des Trends und bezog sich damit auf den primären Trend:

  1. Die Akkumulationsphase
    Das Ende eines Abwärtstrends wird begleitet von schlechten Nachrichten, welche der Markt zu einem bestimmten Zeitpunkt verarbeitet hat. Diese Situation erkennen gut informierte und scharfsinnige Investoren und beginnen zu kaufen.
  2. Die Phase der öffentlichen Beteiligung
    Der Kurs beginnt zu steigen nach dem eben genannte Investoren im Markt positioniert sind. An der Stelle beginnen die Trendfolger in den Markt einzusteigen und kaufen. Die Wirtschaftsnachrichten werden immer besser.
  3. Die Distributionsphase
    Der Kurs ist nahe dem Höchstpunkt und die breite Masse ist optimistisch. Genau an der Stelle beginnen die gut informierten und scharfsinnigen Investoren ihre Positionen wieder abzubauen. Sie verkaufen.

4. Die Indizes müssen einander bestätigen

Industrie- und Eisenbahnindex (Dow Jones Industrial Average und Dow Jones Transportation Average) bestätigen sich zur Gültigkeit eines Signals gegenseitig. Das heißt: sowie in einem steigenden als auch in einem fallenden Markt müssen beide Indizes das gleiche Signal geben. Die Signale müssen nicht gleichzeitig stattfinden. Aber je dichter sie sind, desto höherwertiger das Signal.

5. Das Volumen muss den Trend bestätigen

Das Volumen, damit ist das Umsatzvolumen gemeint, sollte in Richtung des vorherrschenden Trends ansteigen. Das heißt: in einem steigenden Markt steigt das Volumen wenn der Kurs steigt und es verringert sich, wenn der Kurs fällt. In einem fallenden Markt steigt das Volumen solange der Markt fällt und das Volumen verringert sich, wenn der Markt steigt. Das Volumen sah Dow als zweitrangigen aber dennoch wichtigen Faktor.

6. Ein Trend besteht so lange, bis es definitiv Signale gibt, dass er sich umgekehrt hat

Grundlage dieser Aussage bildete ein physikalisches Gesetz der Bewegung: ein Objekt bleibt solange in Bewegung, bis durch externe Kräfte ein Richtungswechsel verursacht wird.

Dow definierte 2 Umkehrsignal:

  1. „Nonfailure Swing“ als starkes Umkehrsignal
    Der Verlauf eines Trends setzt sich nicht fort und der gegensätzliche Verlauf kreuzt ohne Rücksetzer den vorangegangenen Korrekturpunkt.
  2. „Failure Swing“ als schwaches Umkehrsignal
    Der Verlauf eines Trends setzt sich nicht fort und es bildet sich in gleicher Größe ein Gegentrend bevor der Kursverlauf den vorangegangenen Korrekturpunkt kreuzt.

Failure Swin und Nonfailure Swing

Zu beiden Umkehrsignalen siehe Fachartikel: Trend, Trendbruch und Umkehrsignale

(Quelle: John J. Murphy, Technische Analyse der Finanzmärkte)

Eigene Erweiterung der Trenddefinition

Wir möchten an der Stelle folgende Trendgesetzmäßigkeiten ergänzen:

  1. Ein Trend beginnt und endet immer mit einer Bewegung. Besser gesagt eine trendige Bewegungswelle beginnt und endet immer mit einer Bewegung.
  2. Eine trendige Korrekturwelle beginnt und endet immer mit einer Bewegung.
  3. Eine nicht-trendige Korrekturwelle endet immer mit der gleichen Verlaufsrichtung, mit der sie begonnen hat.

Videoaufzeichnung: Handelsvorteil aus der Dow-Theorie