Kurswertesystem

System zur Bewertung der Trendebene B

Was ist Trendebene B?

Die Trendebenen A, B und C wurden im Fachartikel „Kurskoordinatensystem“ wie folgt beschrieben:

  1. Trendebene A = Zyklusebene; sie gibt Auskunft darüber, ob unsere Richtungsebene B eine Bewegungswelle oder eine Korrekturwelle ist

  2. Trendebene B = Richtungsebene (Großwetterlage); sie gibt uns die Handelsrichtung Long oder Short vor

  3. Trendebene C = Signal- und Handelsebene; sie gibt uns Auskunft über Initialstopp, Einstieg, Stopp-Loss-Versetzung und Ausstieg

Es gilt: die Trendebene B, also die Richtungsebene, legt die Handelsrichtung fest. Damit ist gemeint, ob laut Trend eine Aufwärtsrichtung, Long, oder eine Abwärtsrichtung, Short, zu handeln ist. Natürlich nur, wenn die laut Handelsplan festgelegte Gesamtsituation den Handel erlaubt.

Die Trendebene B hat keine generell festgelegte Größe. Jeder Händler ermittelt gemäß seiner Wünsche und Möglichkeiten seine Trendgrößen für den Handel selbst. Die Trendebenen A, B und C sind dabei lediglich 3 direkt benachbarte und in sich verschachtelte Trendebenen.

Kernfrage der Bewertung von Trend B

Wie hochwertig ist Trend B?

Zur Beantwortung dieser Frage müssen die in sich verschachtelten Trendebenen ab Trend B aufwärts nach handelsattraktiven Marktphasen durchsucht, sortiert und entsprechend markiert werden. Dazu benötigen wir die Trendtechnik, das Kurskoordinatensystem und eine speziell für diese Aufgabe vorbereitete Tabelle.

Hinweis: Um diesen Fachartikel fachlich verstehen zu können, wird die Kenntnis über Trendtechnik und Kurskoordinatensystem inklusive ihrer zugehörigen Themen wie zum Beispiel die Dow Theorie, der Trendaufbau sowie Korrekturen vorausgesetzt.

Die Wertung eines alleinstehenden Trends

Ein Trend, der gehandelt werden soll und losgelöst für sich alleine steht, hat Marktphasen in denen er:

  1. für den Handel ungeeignet ist (Wartehaltung),

  2. sich kurz vor einer handelsattraktiven Marktphase befindet (Achtungsbereich),

  3. sich in einer handelsattraktiven Marktphase befindet.

Einfache Wertigkeiten eines Trend B (Richtungsebene / Großwetterlage):

Grafik über Wertigkeiten eines einfachen Trend (B)

ACHTUNG! Die mit dieser Grafik schematisch und in trendiger Aufwärtsrichtung dargestellten Wertigkeiten gelten gleichfalls in entgegengesetzte Verlaufsrichtung.

Gemäß Kurskoordinatensystem sind die Marktphasen:

  • 1, 2, 3a, 3b, 5b, 7b, 9b, 11b, …, jede weitere ungerade Zahl mit b-Kennzeichnung NICHT handelsattraktiv und stehen damit auf Wartehaltung

  • 4, 6, 8, 10, 12, …, jede weitere gerade Zahl kurz vor einer handelsattraktiven Marktphase und stehen damit auf Achtung

  • 3s, 5a, 5s, 7a, 7s, 9a, 9s, 11a, 11s, …, jede weitere ungerade Zahl mit Kennzeichnung a oder s handelsattraktiv

Hinweis: Alle Marktphasen mit Kennzeichnung s sind streng genommen punktuell. Diesem Bereich muss ein Toleranzbereich zugewiesen werden. Zum Beispiel s +/- 10% der Bewegungsphase 1, also die jeweilig vorangegangene Marktphase mit Kennzeichnung a.

Gesamtwertung über mehrere Trendebenen hinweg

Grafik zur Darstellung von Aufwertungsbereichen

ACHTUNG! Die mit dieser Grafik schematisch und in trendiger Aufwärtsrichtung dargestellten Aufwertungsbereiche gelten gleichfalls in entgegengesetzte Verlaufsrichtung.

Bei der Gesamtbewertung über mehrere Trendebenen hinweg muss nun darauf geachtet werden, dass nicht irrtümlich gegenläufige Kursverläufe in ihrer Gesamtwertung aufaddiert werden.

Zur Gesamtbewertung legen wir folgende einfache Wertigkeiten für den Trend B fest:

  • Marktphasen 1, 2, 3a, 3b, 5b, 7b, 9b, 11b, … = 0

  • Marktphasen 4, 6, 8, 10, … = 1

  • Marktphasen 5a, 7a, 9a, 11a, … = 7

  • Marktphasen 3s, 5s, 7s, 9s, … = 9

Ermittlung der Gesamtbewertung:

  1. Wir beginnen mit der Frage: ist unser Trend B alleinstehend oder eine Korrekturwelle laut Trend A oder als Bewegungswelle im Trend A ungerade Zahl b zuzüglich Toleranzbereich s.

    1. Wenn JA, wird die einfache Wertigkeit des Trend B mit 1 multipliziert und ergibt im Ergebnis die Gesamtwertung. Die Abfragekette wäre an der Stelle beendet.

    2. Wenn NEIN: wird mit der nächsten Frage fortgesetzt. Die Wertigkeit erhöht sich auf Grund der besseren Marktsituation.

  2. Wir fahren fort mit der Frage: ist unser Trend B eine Bewegungswelle im Trend A ungerade Zahl (außer 3) a bis s zuzüglich Toleranzbereich (zum Beispiel A5a oder A7s).

    1. Wenn JA, wird der Multiplikator zur Berechnung der Wertigkeit aus der vorangegangenen Frage um 1 erhöht und mit der einfachen Wertigkeit des Trend B multipliziert. In diesem Fall ist der Multiplikator = 2. Weiterhin prüfen wir mögliche Werterhöhungen mit der nächsten Frage.

    2. Wenn NEIN: hätten wir die vorangegangene Frage nicht richtig beantwortet und müssten dahin zurück. In dem Fall wäre auch der um 1 erhöhte Multiplikator ungerechtfertigt.

  3. Jetzt die weiterführende 3. Frage: ist unser Trend A alleinstehend oder eine Korrekturwelle laut Trend Z (Z = dem Trend A nächst übergeordneter Trend) oder als Bewegungswelle im Trend Z ungerade Zahl b zuzüglich Toleranzbereich s.

    1. Wenn JA, übernehmen wir den vorangegangenen Multiplikator (in dem Fall 2) und multiplizieren damit die einfache Wertigkeit des Trend B. Als Ergebnis erhalten wir die Gesamtwertung. Die Abfragekette wäre an der Stelle beendet.

    2. Wenn NEIN, wird mit der nächsten Frage fortgesetzt. Die Wertigkeit erhöht sich auf Grund einer noch besseren Marktsituation.

  4. Wir kommen zu der weiteren Frage: ist unser Trend A eine Bewegungswelle im Trend Z ungerade Zahl a bis s zuzüglich Toleranzbereich (zum Beispiel Z5s oder Z7a).

    1. Wenn JA, wird der Multiplikator zur Berechnung der Wertigkeit aus der vorangegangenen Frage um 1 erhöht und mit der einfachen Wertigkeit des Trend B multipliziert. In diesem Fall ist der Multiplikator = 3. Weiterhin prüfen wir mögliche Werterhöhungen mit der nächsten Frage.

    2. Wenn NEIN: hätten wir die vorangegangene Frage nicht richtig beantwortet und müssten dahin zurück. In dem Fall wäre auch der um 1 erhöhte Multiplikator ungerechtfertigt.

  5. Um in der Gesamtbewertung weiter höher kommen zu können, setzen wir die hier begonnene Abfragekette immer weiter fort. Dabei gehen wir immer um eine Trendebene weiter höher. Das Ganze solange, bis die Abfragekette beendet ist oder kein höherer Trend mehr genutzt werden kann oder soll.

Tabelle zur Ermittlung / Berechnung der Gesamtwertigkeit einer Marktsituation:

Die Tabelle mit den errechneten Gesamtwertigkeiten

Schlussbemerkung

Mit diesem Wertesystem ist der Trader in der Lage den Trend seiner Wahl, den er Richtungsebene bzw. Großwetterlage nennt, bezüglich Handelsattraktivität und Risikogröße zu bewerten. Je kleiner die ermittelte Gesamtwertigkeit, desto größer ist das Handelsrisiko.

Unter Anwendung dieser Systematik wird die Beschreibung verschiedener Handelssituationen im Handelsplan einfacher.

Eine kurze Einführung in das Kurswertesystem zeigt die Videoaufzeichnung vom Montagabend Webinar am 16. November 2015:

Im Video "Vom Trendgesetz zum Kurswertesystem" wird die Wirkungsweise in sich verschachtelter Trends mit der Tabelle Wertigkeiten ermitteln:

Hinweis: Solltest du weiterführende Unterstützung benötigen, um das hier beschriebene gewinnbringend in deinem Trading einbringen zu können, empfehlen wir dir folgende Möglichkeiten:

Kommentare

Bild des Benutzers Tomi

Hallo Steffen

Eigentlich kann man die Suche des Faktors sofort beenden, wenn B den Wert 0 oder 1 hat. Damit B den Wert 7 bekommt, müssten sich 7 übergeordneten Trends in der Bewegungsphase befinden (Faktor wäre erst dann 7 und damit die Wertigkeit 1 * 7 = 7). Mit anderen Worten, habe ich ein B Trend mit Wert = 7, dann wäre er genauso interessant, wie ein Trend mit Wert = 1 mit 7 übergeordneten Trends in der Bewegungsphase (was wohl eher selten der Fall sein sollte).

Gruss

Tomasz

Bild des Benutzers Steffen

... sorry, ich hätte auf antworten klicken müssen ....

Bild des Benutzers Steffen

Hallo Tomasz,

so, wie du schreibst, ist es nicht! Lediglich eines ist richtig: wenn B den Wert 0 hat, ist der Gesamtwert auch 0.

Die Werte 1 bis 6 bewerten Korrekturen, die von 1 bis 6 (in unserem Fall, denn mehr Kursdaten bekommen wir beim Forex/CFD Broker nicht) trendgrößenweise aufgewertet werden können (Spalte Wert B ist der einfache Wert der Richtungsebene, der gegebenefalls durch übergeordnete Trends, sprich Multiplikator, aufgewertet wird). Demnach weiß ich, wie hochwertig eine Korrektur im B Trend ist. Das benötige ich, wenn ich taktisch fachlich unscharf in die laufende Korrektur einsteigen möchte (nur fortgeschrittenen Tradern zu empfehlen).

Der 2. Fall sind Bewegungen, die wir unterschiedlich markieren (Bewegung a, Bewegung s). Auch diese werden bei Stimmigkeit der übergeordneten Trends mit Hilfe des Multiplikator aufgewertet. Das ganze dient unter anderen gleichfalls der Risikobestimmung und stellt kein Signal dar.

Es gilt immer die Hauptfrage: Wie hochwertig ist der B Trend (Richtungsebene bzw. Großwetterlage).

Eigentlich steht alles in der Tabelle unter der Spalte Frage. Diese werden von oben nach unten abgearbeitet, bis ein Abbruch der Fragekette eintritt. Dann liest du den Multiplikator ab, und erkennst das Risiko entsprechend der Verortung des Richtungstrendes (Großwetterlage) innerhalb der übergeordneten Trends.

Ich weiß, diese wie in Tabelle dargestellte Systematik ist doch nicht so einfach, wie ich anfänglich dachte. ABER um die Systematik zu verstehen benötigst du unumgänglich das Wissen und den Umgang mit der Trendtechnik, dem Kurskoordinatensystem und den in sich verschachtelten Trendebenen.

Mit der richtigen Anwendung des Kurswertesystem im Zusammenhang der Trendtechnik und dem Kurskoordinatensystem wird die Tradefrequenz bedeutend geringer und damit die Anzahl der Minustrades im Verhältnis zu den Gewinntrades signifikant besser!

Wir werden dazu Webinare und Seminare ausarbeiten und anbieten.

Viele Grüße
Steffen

Bild des Benutzers Tomi

Hallo Steffen

Super, dass du den Beispiel gebracht hast, wäre auch meine nächste Frage so wie so :-)

Es ist immer gut ein Bild zu haben...

Fall A) Lass uns folgendes Annehmen:

A - Bewegung, B - Korrektur (4). Damit haben wir Wert(B) = 1, Faktor = 1+1 = 2, Wertigkeit von B = 2.

Fall B) Jetzt nehmen wir mal folgende Situation an:

A - Korrektur, B - Bewegung (-5a). So haben wir jetzt Wert(B) = 7, Faktor = 1 und Wertigkeit von B = 7.

Die Daten kann man auch der Tabelle entnehmen.

Jedenfalls, was wir hier haben ist eine Wertigkeit von 2 gegenüber Wertigkeit von 7. Ich würde mir also die Wertigkeit von 2 erst gar nicht anschauen, wenn ich die von 7 traden kann. Falls jedoch die Kurse der Korrektur-Phase von B sich sogar unter dem vorletzten Hochpunkt bewegen, könnte ich versuchen unscharf zu handeln. Mein StoppLost wäre am gleichen Punkt (letzte Tiefpunkt) als wenn B in der Phase 5a wäre (mit 2 * 7 = 14 Wertigkeit !). Wo liegt mein Fehler ?

Gruss

Tomasz

 

Nachtrag:

Ich habe mein Fehler nun verstanden. Dabei hast du bereits den Hinweis sogar Fett hervorgehoben! B ist ja eine Richtungsebene und wir wollen die Wertigkeit der Richtung oder Grosswetterlage bestimmen. Ich handle ja auf der Signalebene (Einstiege und Stopp-Lost). Ich kam darauf, als ich mein Kommentar (die Stelle wo ich mein StoppLost auf B-Ebene setzen wollte) gelesen habe. Das ist mein Fehler.

Die Wertigkeit von 2 (Fall A) sagt ja auch aus, dass sich auf der Ebene C noch gar kein Trend (in der Gegenrichtung) ausgebildet hatte. Ich sollte also in diesen Markt nicht unbedingt einsteigen. Wenn die Phase in 5a übergeht, dann hat sich nun ein Gegentrend auf der C-Ebene ausgebildet, den ich handeln kann. Im Fall B habe ich bereits ein Trend auf der Ebene C, den ich handeln kann, daher muss auch die Wertigkeit höher sein. 

Gruss

Tomasz

Bild des Benutzers Steffen

Hallo Tomasz,

schön, dass du dich so intensiv mit dem Kurswertesystem beschäftigst. Es ist in sich sehr komplex.

Allerdings weiß ich nicht genau, was ich von deinem Kommentar halten soll. Mir ist nicht klar, ob du Sinn und Zweck des Kurswertesystems verstanden hast, oder ob dir die generelle Trendtechnik, damit meine ich die in sich verschachtelten Trends in ihren Wirkungsweisen, verständlich genug ist.

Somit hier ein letzter Versuch für dich. Andererseits bitte ich um Verständnis dafür, dass ich auf diesem Weg und an dieser Stelle keine kostenfreie Schulung durchführen kann.

  1. Das Kurswertesystem benötigt Kenntnisse über Trendtechnik und Kurskoordinatensystem.

  2. Das Kurswertesystem ist kein Signallieferant.

  3. Es gibt 3 grundsätzliche Wertungen, die unterschieden werden müssen:
    a) alle Korrekturen in ihren Wertigkeiten von 1 bis 6
    b) alle Bewegungen in ihren Wertigkeiten von 7 bis 54
    c) die Bewegungen unterscheiden wir zusätzlich als Zahl zwischen Bewegungsphase 1 einer Bewegung (a) und einer erneuten Trendbestätigung als Bewegungsphase am Kreuzungspunkt mit dem vorangegangenen Bewegungspunkt (s).

Deine Skizzen zeigen lediglich Wertigkeiten, bei denen der B Trend (Richtungsebene bzw. Großwetterlage) für sich alleine zu bewerten ist.

Mal angenommen im Fall A wäre der übergeordnete A Trend in einer Marktphase 5a bis 5s (Marktphase A3a, wie du es skizzierst ist noch kein Trend und Marktphase A3b wäre zu spät) und der darin liegende Trend B in einer Marktphase 4, dann hätten wir in dieser Kombination ohne weitere höhere Trends eine Gesamtwertigkeit von 2.

Mal angenommen im Fall B wäre ein übergeordneter A Trend in einer Marktphase 4 (Marktphase A2, wie du es skizzierst ist noch kein Trend!) und der darin liegende B Trend wäre in einer Marktphase -5a, dann hätten wir eine Gesamtwertigkeit von 7 weil der B Trend eine Korrekturwelle innerhalb des A Trend ist. Wäre der abwärts gerichtete B Trend innerhalb einer vermuteten Marktphase A2, dann würde der B Trend ebenfalls für sich alleine bewertet werden und ebenfalls eine Gesamtwertigkeit von 7 bekommen. Der Unterschied ist dennoch wichtig.

Fazit: Die Korrektur des B Trend im Fall A wurde 1 mal aufgewertet, was der Gesamtwert von 2 mitteilt. Die Bewegung des B Trend im Fall B darf nicht aufgewertet werden, was der Gesamtwert von 7 mitteilt. Die Unterscheidungen zwischen Korrekturwertigkeiten und Bewegungswertigkeiten hatte ich bereits weiter oben betont. Du solltest nun in der Lage sein die Unterscheidung zwischen Korrekturwertigkeiten (1 bis 6) und Bewegungswertigkeiten (7 bis 54) wahr zu nehmen.

Zumindest hast du nun selbst in deinem Nachtrag das Hauptanliegen, nämlich die alleinige Bewertung des B Trend (Richtungsebene bzw. Großwetterlage), verinnerlicht. Der C Trend (Signalebene) wird nicht bewertet. Er dient lediglich dem Einstieg, Stopp-Loss und Ausstieg. Und das NUR wenn der B Trend die gewünschte Wertigkeit aufweist. Die jeweils gewünschte bzw. gesuchte Wertigkeit für eine Handelsposition muss dabei jeder Trader für sich selbst festlegen und verantworten. Aber mit Hilfe des Kurswertesystem können nun Risikogruppen festgelegt werden. Das heißt bei hohem Risiko wird die Handelsposition kleiner gesetzt (z.B. 0,25% vom Handelskonto), bei normalen Risiko wird die Handelsposition in mittlerer Größenordnung festgelegt (z.B. 0,5% vom Handelskonto) und bei niedrigen Risiko wird die Handelsposition in „regulärer“ Größe genutzt (z.B. 1% vom Handelskonto). Das Kurswertesystem ermöglicht eine sehr feine Justage für Risikogruppen.

Wir haben das Kurswertesystem unter Voraussetzung des Kurskoordinatensystem und der Trendtechnik erarbeitet, erläutert und für alle die es nutzen möchten kostenfrei veröffentlicht. Darüber hinausgehende Einweisungen und Schulungen können wir nicht mehr kostenfrei realisieren. Ich hoffe damit auf allgemeines Verständnis zu stoßen.

Viele Grüße
Steffen

 

Bild des Benutzers Nweiss

Mal ne Frage gerade zu deiner Marktbewertung USD/JPY wie kommst du darauf, dass in E2 11 a schon erreicht ist und wir nicht in E2 10 sind ? Denn in E3 sind wir ja erst -4 ?

Kann nicht ganz nachvollziehen für meine Analyse wie du darauf kommst bzw. deine Kriterien hierzu ? 

 

Lg

Nikita

Bild des Benutzers Steffen

Hallo Nikita,

Ebene 3 ist, wie im Video deutlich markiert, eine Marktphase 3b. Das Bildschirmfoto zeigt die Situation deutlich.

Gruß Steffen

USD/JPY E3 = Marktphase 3b

Bild des Benutzers Nweiss

Ich find die Überschriften ja immer so geil "Du liegst Falsch" =)))

 

Ja Ja das is ja auch klar Steffen aber warum bewertest du jetzt nicht den kompletten teil hab ich schwarz umrandet du gehst ja davon das es eine 3a in E2 ist woran machst du das für dich fest ! Mir ist beim Analysieren von anderen Märkten z.B. aufgefallen, dass dies ja entweder nen short trend ist oder nen Long trend kommt halt darauf an von welcher Seite man nun guckt bzw. welches stück man sich nun nur anschaut ! Würde halt nur gerne wissen woran du das fest machst bzw. ab wann es für dich eine 11a in der E2 ist oder kannst du das erst fest machen wenn du dir die Ebene E3 angeschaut hast und legst es dann fest ? 

Sorry für die vielen Fragen =) 

Bild des Benutzers Steffen

Hallo Nikita,

du solltest den Trendaufbau gemäß Dow-Theorie beachten. Demnach haben wir in gleicher Trendgröße einen Richtungswechsel auch "failure swing" genannt.

Viele Grüße
Steffen

Nachtrag:

"...es eine 3a in E2..." dein Text. Nein, E2 ist im Video eine Marktphase 11a.

Bild des Benutzers Carlo Colonia

Hallo Steffen,

vielen Dank für die Präsentation des Kurswertesystems.

Ich habe einen kleinen Abänderungsvorschlag und würde gerne deine Meinung hören.

Beispiel 1:

Marktphase: Z9b, A5a, B7a, C4

Wertigkeit von GWL (B) alleine: 7

Multiplikator: da sich Trend Z in Bewegungsphase b befindet, wird der Trend B nur durch den Trend A aufgewertet und der Multiplikator ist daher 2

Gesamtwertigkeit der GWL (B): 7 mal 2 = 14

Risiko ist daher normal (14-18 Pkt.)

Was  mich ein bisschen stört: der Trend B wird nicht aufgewertet, wenn sich Trend A in Bewegungsphase b befindet. Natürlich ist diese Phase weniger wertvoll, als wenn ein Trend A in Bewegungsphase a vorliegt, aber dennoch besser, als würde sich A in einer Korrektur befinden. Diese beiden Szenarien werden aber im Kurswertesystem gleichwertig behandelt (wenn ich es richtig verstanden habe).

Erste Idee Abwandlung: der Multiplikator wird um 0.5 erhöht, wenn sich A in Bewegungsphase b befindet

Beispiel 2:

Z9b, A5b, B7a, C4

Wertigkeit von B alleine ist also hier immer noch 7

Multiplikator: A in Bewegungsphase b und Z auch --> also 1+0,5+0,5=2

Gesamtwertigkeit: 14 (normales Risiko)

Problem: damit wäre der Trend B (mit dieser Methode berechnet) genauso wertvoll, wie der Trend B aus Beispiel 1. Dies ist aber unschön, denn wenn Trend A sich in 5a befindet, ist Trend B einfach hochwertiger.

Abänderungssvorschlag: Sobald sich ein Trend über der GWL (Trend B) in Bewegungsphase b befindet (aus Beispiel 2 also: A5b), addieren wir nochmals 0,5 zum Multiplikator hinzu und brechen die Abfragekette ab.

Angewendet auf die Marktphase aus Beispiel 2 bedeutet das Folgendes:

Mit dieser Methode hätten wir eine Gesamtwertigkeit der GWL B von 7 mal 1,5: 10,5

Jetzt müsste man noch die Risikoklassen neu definieren. Je kleiner die Risikoklasse, desto geringer das Risiko:

Trend B in Bewegungsphase a bis s

ohne Aufwertung: 7-9 Pkt. --> Multiplikator: 1 --> Risikoklasse: 5

 

Trend B in Bewegungsphase a bis s

Und A in Bewegungsphase b --> Multiplikator: 1,5 --> 10,5-13,5 Pkt. --> Risikoklasse: 4

Und A in Bewegungsphase a bis s --> Multiplikator: 2 --> 14-18 Pkt. --> Risikoklasse: 3

         Und Z in Bewegungsphase b --> Multiplikator 2,5 --> 17,5-22,5 Pkt. --> Risikoklasse: 2

         Und Z in Bewegungsphase a bis s --> Multiplikator 3 --> 21-27 Pkt. --> Risikoklasse: 1

Viele Grüße

Carlo

Bild des Benutzers Steffen

Hallo Carlo,

es ist wirklich sehr schön, dass du dich so intensiv mit dem Kurswertesystem befasst. Wir haben das Kurswertesystem in Verbindung mit dem Kurskoordinatensystem und der Trendtechnik entwickelt, im Webprojekt beschrieben und für Jedermann zur freien Nutzung bereitgestellt. Natürlich kannst du für dich Änderungen nach belieben durchführen.

Wir können deinem Änderungsvorschlag für uns nicht zustimmen.

Begründung:

  1. Jeder Trend (ob klein oder groß) hat ein Anfang und ein Ende (siehe Fachartikel: Anfang und Ende eines Trends). Keiner weiß, wann ein Trend sein Ende erreicht hat. Wir messen ein „Trendalter“ am übergeordneten Trend. Also messen wir das Trendalter des B Trend (Richtungsebene / Großwetterlage) mit Hilfe des darüberliegenden A Trend (Zyklusebene). Damit ist für uns ein B Trend als Bewegungswelle eines A Trends ab Bewegungsphase b des A Trendes ein reifer Trend. Wobei wir eine Toleranz von 10% ab Bewegungsphase s hinzurechnen (siehe Wertetabelle unter Spalte „Frage“). Weiterhin messen wir das Trendalter des A Trends mit Hilfe des darüberliegenden Z Trend. usw.

  2. Sobald ein Trend reif wird, verliert er zunehmend an Handelsattraktivität. Irgendwann ist preislich „das Ende der Fahnenstange“ erreicht. Darum kann aus unserer Sicht die Bewegungsphase b eines übergeordneten Trends nicht weiter aufwerten. Das würde uns gute Handelssituationen „vorgaukeln“, wo keine mehr sind.
    Empfehlung an der Stelle: je nach praktischer Handelserfahrung eines Händlers kann der oben genannte Toleranzbereich von 10% erhöht werden. Damit wäre der Abbruch der Fragekette etwas später. Hierbei ist es wichtig, ausreichend eigene Aufzeichnungen über realisierte Handelspositionen zu haben. Auch wir behalten uns vor, die genannten 10% ständig / zyklisch auf Aktualität zu prüfen.

  3. Mit Hilfe der Wertung in sich verschachtelter Trends, werden wir in die Lage versetzt dem Trend einer bestimmten Größe in seinen Richtungen zu folgen. Mit einer (wenn auch kleineren) Aufwertung durch eine übergeordnete Bewegungsphasen b würden wir uns den „Blick“ auf mögliche Richtungsänderungen im Handel erschweren.

Mit dem Kurswertesystem wollen wir kein neues starres Regelwerk kreieren, sondern ein Werkzeug bereitstellen, welches flexibel auf die Bewegungen in den Märkten unter Einhaltung des Grundsatzes der Beständigkeit und Duplizierbarkeit anwendbar ist. Stichwort Draw-Down-Phasen. Müssen wir diese tatsächlich „ertragen“? Noch kann ich es nicht beweisen, aber ich denke wir müssen Draw-Down-Phasen nicht ertragen.

Mit Hilfe des Kurswertesystem bewerten wir die Handelsattraktivität des B Trend. Wenn der B Trend in seiner Bewertung für sich alleine steht, bedeutet es für uns nicht, dass wir ihn nicht handeln können. Wir wissen in dem Fall lediglich von einem größeren Risiko. Das wiederum auf deine Beispiele angewandt bedeutet:

  1. Beispiel 1: Z9b, A5a, B7a, (C = Signalebene; keine Auf- oder Abwertung) = Gesamtwert 14

  2. Beispiel 2: Z9b, A5b, B7a, (C = Signalebene; keine Auf- oder Abwertung) = Gesamtwert 7

  3. Fazit: Im Beispiel 1 ist der B Trend auf Grund seiner Verortung im übergeordneten Trend noch „jung“ und damit hochwertiger. Im Beispiel 2 ist der B Trend auf Grund seiner Verortung im übergeordneten Trend „alt“ und damit geringwertiger. Im Ergebnis ist das Handelsrisiko im Beispiel 1 niedriger als im Beispiel 2.

Viele Grüße
Steffen

Bild des Benutzers Carlo Colonia

Hallo Steffen,

vielen Dank für deine ausführliche und detaillierte Stellungnahme!

Deine Ansicht ist für mich durchaus nachvollziehbar. Ich selbst würde mich auch noch als fortgeschrittener Anfänger bezeichnen, der momentan noch mehr Zeit mit der Auswertung vergangener Trades verbringt, als zu traden. Allerdings werde ich langsam aber sicher immer besser.

Das Kurswertesystem ist in sich schlüssig und für mich genau wie das Kurskoordinatensystem (welches ich in meinen Aufzeichnungen ständig verwende) hilfreich.

Die Zukunft wird zeigen, inwiefern ich das Kurswertesystem in meinen Handelsplan einbaue.

Viele Grüße

Carlo