Trend, Trendbruch und Umkehrsignale

Der Trend ist unser Freund

Solang wir den Trend in seinen verschachtelten Trendebenen erkennen, können wir ihm folgen und damit erfolgreich handeln. - So einfach ist Traden. -

Nein, so einfach wie es im ersten Moment klingt ist das Traden in der Realität nicht!

Zuerst die Trenddefinition:

Wenn ein Kursverlauf abwechselnd neue höhere Hochpunkte und neue höhere Tiefpunkte generiert, so ist das ein Aufwärtstrend (siehe Artikel Aufwärtstrend). Wenn ein Kursverlauf abwechselnd neue tiefere Hochpunkte und neue tiefere Tiefpunkte generiert, so ist das ein Abwärtstrend (siehe Artikel Abwärtstrend). Wenn ein Kursverlauf weder höhere noch tiefere Hoch- und Tiefpunkte generiert, so ist das eine trendlose Phase bzw. eine Seitwärtsbewegung.

Die Trendfolge Taktik

Trendebenen

Nach Charles Dow (1851 bis 1902) gibt es 3 Trends: den primären Trend, den sekundären Trend und den unbedeutenden Trend. Er meint damit Trendebenen (siehe Artikel Trading: beständig und duplizierbar):

  1. primärer Trend – Trendebene 1 bewegt sich ca. 1 Jahr und länger
  2. sekundärer Trend – Trendebene 2 bewegt sich innerhalb der Trendebene 1 und läuft ca. 1 bis 3 Monate
  3. unbedeutender Trend – Trendebene 3 bewegt sich innerhalb der Trendebene 2 und läuft Tage bis Wochen

Bemerkung:

Innerhalb des unbedeutenden Trends laufen noch kleinere Trends viel schneller, also ca. Minuten bis Stunden. Ich möchte an der Stelle eine Trendebene 4 hinzufügen, die es zu beachten gilt.

Taktik

Man sucht im aktuellen Chart den Trendwendepunkt der gewünschten Trendebene. Dabei ist es egal ob es sich um einen Aufwärtstrend oder Abwärtstrend handelt. Hat man diesen Trendwendepunkt gefunden, steigt man via entsprechender Order in den neu beginnenden Trend ein und hält seine Position so lange, bis der vorherrschende Trend gebrochen wird.

Trendbruch

Ein Trend gilt solange intakt, bis dieser gebrochen wird. ABER ab wann gilt ein Trend gebrochen?

Der Trendwendepunkt oder das Umkehrsignal

Dow-Theoretiker sind sich in dem Punkt nicht einig. Sie reden von 2 Umkehrtypen:

  1. Failure Swing: ein schwaches Umkehrsignal
  2. Nonfailure Swing: ein starkes Umkehrsignal

zu 1.

Ein Aufwärtstrend gilt gebrochen, wenn der Kursverlauf das erste tiefer Hoch ausgebildet hat und im weiteren Verlauf den letzten höheren Tiefpunkt unterschreitet.

Aufwäertstrendbruch; schwaches Umkehrsignal

Ein Abwärtstrend gilt gebrochen, wenn der Kursverlauf das erste höhere Tief ausgebildet hat und im weiteren Verlauf den letzten tieferen Tiefpunkt überschreitet.

Abwäertstrendbruch; schwaches Umkehrsignal

zu 2.

Ein Aufwärtstrend gilt gebrochen, wenn der Kursverlauf zuerst das letzte höhere Tief unterschreitet, somit ein erstes tieferes Tief ausbildet, im weiteren Verlauf das erste tiefere Hoch prägt und zu guterletzt den gerade genannten ersten tieferen Tiefpunkt unterschreitet.

Aufwäertstrendbruch; starkes Umkehrsignal

Ein Abwärtstrend gilt gebrochen, wenn der Kursverlauf zuerst das letzte tiefere Hoch überschreitet, somit ein erstes höheres Hoch ausbildet, im weiteren Verlauf das erste höhere Tief prägt und zu guterletzt den gerade genannten ersten höheren Hochpunkt überschreitet.

Abwäertstrendbruch; starkes Umkehrsignal

Praktische Anwendung

  1. Zuerst bringe ich meinen Chart in die Darstellung, dass ich in meiner gewählten Trendebene ausreichend Kursverlauf sehen kann um einen Trend auch tatsächlich identifizieren zu können.
  2. Mein Chart darf mir auf keinen Fall auf Grund unnötiger Linien „verwirrende“ Bilder wiedergeben. Er sollte „aufgeräumt“ sein, damit ich auch wirklich die in sich verschachtelten Trendebenen auseinander halten kann. Und das ist wirklich sehr schwer. Man irrt sich nicht selten in diesen Verschachtelungen.
  3. Ich suche in meiner gewählten Trendebene nach Umkehrsignalen.
  4. Ich orientiere mich an der übergeordneten Trendebene (Großwetterlage), ob dieser Trend intakt ist und mir einen größeren Punkt 2 (siehe Artikel 1-2-3) als Handelsziel bietet.
  5. Ich plane und realisiere meinen Trade.

Kommentare

Bild des Benutzers Doris

Trend, Trendbruch und Umkehrsignale als Trader zu erkennen und zu unterscheiden ist wirklich nicht einfach. Dazu stellen die verschiedenen Trendebenen und Großwetterlagen eine weitere Herausforderung an jeden Trader.

Wenn die letzte Bewegung eine Korrektur im übergeordneten Trend war, ist es überaus interessant nahe am Trendbruch einzusteigen, also am Ende der Korrektur und Fortsetzung des Trends.

Passend zum Thema hat Michael Voigt ein sehr gutes Video erstellt: "Beantwortung Markttechnik-Leserfrage zu Buchband DER HÄNDLER Bd.5 | Korrekturhandel"